Wells, Clifford: Abenteuer in Atalan
Was für ein wunderbares Abenteuerbuch über Freundschaft, Mut, Treue und Klugheit.
Sie kommt auf traditionelle Weise gemächlich in Gang, die Geschichte um fünf Freunde aus Norfolk, die gemeinsam – dick bepackt mit Zelten und Vorräten - in die Ferien radeln. Wir treffen auf David, Tim, Steven, Peter und Henry. Henry ist der Tolpatsch, der die Gruppe immer wieder in Schwierigkeiten bringt und tolle Ideen hat – aber die haben sie eigentlich alle.
Das erste Ereignis ist ein Boot in Seenot, an dessen Rettung die Jungs mit beteiligt sind. So treffen sie den Sechsten in der Runde: Robert, der später mit Erlaubnis seiner dankbaren Eltern nicht nur mit den Fünfen zelten, sondern sogar mit ihnen das Abenteuer seines Lebens erleben darf.
Gemeinsam erobern die Freunde ihre Ferienwelt: Das Camp, die Klippen, das Steintal und eine alte Mühle, in der sie Spuren einer keltischen Kultur finden. Als Henry dann zufällig einen Tunnel entdeckt, der in die Klippen hineinführt, und bei einer ersten Untersuchung prompt in einem Tümpel sitzt, aus dem er ein goldenes Messer fischt, ist den Freunden klar, wo sie die nächsten Ferientage verbringen werden.
Zusammen mit ihrem neuen Freund Robert machen sie sich auf den Weg in den Tunnel. Und sofort wird es richtig spannend: Die sechs Forscher können sich gerade noch hinter einem Felsen verstecken, als eine Gruppe Männer auf der Bildfläche erscheint. Doch woher mögen diese kommen? Ihre Helme und Körperrüstungen aus funkelndem Metall und die kurzen Speere, die sie halten, deuten nicht gerade auf zeitgenössischen Besuch hin. Während die Jungs in ihrem Versteck mit angehaltenem Atem zusehen, untersuchen die Fremden die Höhle. Doch sie scheinen das Gesuchte nicht zu finden, denn erregt reden sie aufeinander ein und verschwinden dann wieder in die Richtung, aus der sie gekommen waren.
Klar, dass es nun kein Halten mehr gibt. Die Freunde machen sich auf die Suche und entdecken Unglaubliches: Ausgeklügelte Mechanismen lassen Brücken auftauchen, eine riesige Tunnelfräse liegt zerbrochen auf dem Boden der hintersten Höhle und dann steht da noch dieser Schlitten, der regelrecht zur Fahrt ins Blaue provoziert. Es ist schließlich Henry und einer absichtlichen Unvorsichtigkeit zu verdanken, dass das Abenteuer nicht an dieser scheinbar unüberwindlichen Stelle endet.
Am Ende der Fahrt landen die Jungen dann in einem tropischen Paradies, dessen Kultur eine Mischung keltischen, aztekischen und römisch/griechischen Ursprungs zu sein scheint. Das Reich scheint friedlich, doch finstere Mächte ziehen ihre unsichtbaren Fäden. Die vier Lords von Autochthon sind in großer Gefahr, bei dem bevorstehenden Fest des Lebens geopfert zu werden, und das gefundene Messer spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle ...
Der Autor breitet vor unseren Augen genüsslich die Welt der Mythen und Legenden aus. Ein bisschen unbefriedigend ist der Kunstgriff, die Verständigungsprobleme via telepathischer Begabung zu lösen, und der Weltenbau (Lage, Klima) des unterirdischen Kontinents unterliegt nicht unbedingt den Gesetzen der Logik, aber ist das nicht auch egal? Die Geschichte ist spannend erzählt, und allein die Pfiffigkeit, mit denen die Freunde immer wieder die angreifenden (zahlenmäßig überlegenen) Soldaten außer Gefecht setzen, entschädigt für Lücken in der Konstruktion des „Drumherum“ mehr als reichlich.
Ich kann dieses Buch – in dem Frauen und Mädchen allerdings sehr kurz kommen (dies sei zur Warnung gesagt, damit sich hinterher niemand beschwert) – schon wegen seiner absolut überzeugenden Charaktere nur empfehlen. Schade ist nur, dass es offensichtlich heute nur noch über Book on Demand zu bekommen ist. Andererseits ist es natürlich für die Leser gut, dass es diese Einrichtung gibt, sonst wäre das Buch wohl vom Markt „verschwunden“.
Abenteuer in Atalan
von Clifford Wells
Aus dem Englischen von Siegfried Mrotzek
mit Illustrationen vom Autor
ab 10 Jahren
(C. Bertelsmann Verlag GmbH, 1991)
Sie kommt auf traditionelle Weise gemächlich in Gang, die Geschichte um fünf Freunde aus Norfolk, die gemeinsam – dick bepackt mit Zelten und Vorräten - in die Ferien radeln. Wir treffen auf David, Tim, Steven, Peter und Henry. Henry ist der Tolpatsch, der die Gruppe immer wieder in Schwierigkeiten bringt und tolle Ideen hat – aber die haben sie eigentlich alle.
Das erste Ereignis ist ein Boot in Seenot, an dessen Rettung die Jungs mit beteiligt sind. So treffen sie den Sechsten in der Runde: Robert, der später mit Erlaubnis seiner dankbaren Eltern nicht nur mit den Fünfen zelten, sondern sogar mit ihnen das Abenteuer seines Lebens erleben darf.
Gemeinsam erobern die Freunde ihre Ferienwelt: Das Camp, die Klippen, das Steintal und eine alte Mühle, in der sie Spuren einer keltischen Kultur finden. Als Henry dann zufällig einen Tunnel entdeckt, der in die Klippen hineinführt, und bei einer ersten Untersuchung prompt in einem Tümpel sitzt, aus dem er ein goldenes Messer fischt, ist den Freunden klar, wo sie die nächsten Ferientage verbringen werden.
Zusammen mit ihrem neuen Freund Robert machen sie sich auf den Weg in den Tunnel. Und sofort wird es richtig spannend: Die sechs Forscher können sich gerade noch hinter einem Felsen verstecken, als eine Gruppe Männer auf der Bildfläche erscheint. Doch woher mögen diese kommen? Ihre Helme und Körperrüstungen aus funkelndem Metall und die kurzen Speere, die sie halten, deuten nicht gerade auf zeitgenössischen Besuch hin. Während die Jungs in ihrem Versteck mit angehaltenem Atem zusehen, untersuchen die Fremden die Höhle. Doch sie scheinen das Gesuchte nicht zu finden, denn erregt reden sie aufeinander ein und verschwinden dann wieder in die Richtung, aus der sie gekommen waren.
Klar, dass es nun kein Halten mehr gibt. Die Freunde machen sich auf die Suche und entdecken Unglaubliches: Ausgeklügelte Mechanismen lassen Brücken auftauchen, eine riesige Tunnelfräse liegt zerbrochen auf dem Boden der hintersten Höhle und dann steht da noch dieser Schlitten, der regelrecht zur Fahrt ins Blaue provoziert. Es ist schließlich Henry und einer absichtlichen Unvorsichtigkeit zu verdanken, dass das Abenteuer nicht an dieser scheinbar unüberwindlichen Stelle endet.
Am Ende der Fahrt landen die Jungen dann in einem tropischen Paradies, dessen Kultur eine Mischung keltischen, aztekischen und römisch/griechischen Ursprungs zu sein scheint. Das Reich scheint friedlich, doch finstere Mächte ziehen ihre unsichtbaren Fäden. Die vier Lords von Autochthon sind in großer Gefahr, bei dem bevorstehenden Fest des Lebens geopfert zu werden, und das gefundene Messer spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle ...
Der Autor breitet vor unseren Augen genüsslich die Welt der Mythen und Legenden aus. Ein bisschen unbefriedigend ist der Kunstgriff, die Verständigungsprobleme via telepathischer Begabung zu lösen, und der Weltenbau (Lage, Klima) des unterirdischen Kontinents unterliegt nicht unbedingt den Gesetzen der Logik, aber ist das nicht auch egal? Die Geschichte ist spannend erzählt, und allein die Pfiffigkeit, mit denen die Freunde immer wieder die angreifenden (zahlenmäßig überlegenen) Soldaten außer Gefecht setzen, entschädigt für Lücken in der Konstruktion des „Drumherum“ mehr als reichlich.
Ich kann dieses Buch – in dem Frauen und Mädchen allerdings sehr kurz kommen (dies sei zur Warnung gesagt, damit sich hinterher niemand beschwert) – schon wegen seiner absolut überzeugenden Charaktere nur empfehlen. Schade ist nur, dass es offensichtlich heute nur noch über Book on Demand zu bekommen ist. Andererseits ist es natürlich für die Leser gut, dass es diese Einrichtung gibt, sonst wäre das Buch wohl vom Markt „verschwunden“.
Abenteuer in Atalan
von Clifford Wells
Aus dem Englischen von Siegfried Mrotzek
mit Illustrationen vom Autor
ab 10 Jahren
(C. Bertelsmann Verlag GmbH, 1991)
Katzenauge - 9. Sep, 18:42






