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14
Jan
2007

Kurztipp: Noch mehr Gute Nacht Geschichten

Wer eine kurzweilige und unterhaltsame Vorlesestunde einlegen möchte, damit die Kinder staunen, lachen und sich wundern können, ist mit den Gute Nacht Geschichten aus dem Wurdack-Verlag bestens bedient.

Ein dicker König, der als Elefant durch den Wald trampelt -
Uhrenmännlein und das furchtlose Kuschelwuschel
Plix, das gepunktete Monsterchen -
ein Brief an Mama, der alleine ans Ziel kommt -
ein kleines Gespenst und seine beste Freundin
dann auch noch ein müdes Gespenst und Isidor -
jemand auf der Suche nach Freunden und eine Prinzessin in einem Kaugummiautomaten ...

... noch noch viel mehr lustige, besinnliche und spannende Geschichten für das Vor- und Erstlesealter machen nicht nur den Kindern, sondern auch den Vorlesern viel Spaß!

Noch mehr Gute Nacht Geschichten
37 Märchen und Geschichten
für das Vorlese- und Erstlesealter,
illustriert von Alexandra Knickel
(c) 2005 WurdachVerlag, Nittendorf
ISBN: 3-938065-10-9
9,95 Euro

Phantastische Morde - Kurzgeschichtensammlung mit Morden der besonderen Art im Wurdack-Verlag

Wer den Wurdack-Verlag kennt, kennt in der Regel auch die Storyolympiade, aus der er entstanden ist. Der (noch relativ junge) Verlag gibt immer wieder Nachwuchsautoren die Chance zu einer Veröffentlichung und achtet dabei wie ein Luchs auf Qualität.

Bislang kannte ich nur "Strahlende Helden?!" und das leider schon längst vergriffene "Es lebt", alle vorher erschienen Bände sind leider ebenfalls vergriffen und nur noch auf abenteuerlichen Umwegen erhältlich - wenn überhaupt.

Das Thema des jetzt nur noch alle zwei Jahre stattfindenden Wettbewerbs war für 2005/2006 "Phantastische Morde". Wenn auch nicht alle Beiträge in diesem Band einen im klassischen Sinn "phantastischen" Hintergrund haben, sind es doch durch die Bank weg im besten Sinne phantastische Texte.

Der Gesang der Trolle
Der Siegertitel von Niels-Arne Münch (den Hamburgern durch seine Gastvorträge im BRAKULA kein Unbekannter) erzählt wunderbar stimmig aus der Welt, in der sich sogar der Straßenbau nach den Lebensräumen der Verborgenen zu richten hat. Natürlich kann es nicht gutgehen, wenn ein städtischer Liegestuhlbesitzer sich mit den Alten anlegt.

R.A.Y. Inc
Dieser Thriller von Henning Mühlinghaus ist einfach abgefahren. Mühlinghaus stellt auch für jeden noch so eingefleischten Star-Trek-Beamer-Fan klar: Beamen geht ganz anders. Und anders, als man denkt.

Freiheit für die Unterschicht
Ja, wer um Himmels willen geht denn einem liebenswerten alten Tongeschöpf an den Schädel, das doch des Nachts zu einem hilfsbereiten, freundlichen Zwerg erwacht? Die Lösung entspringt einmal mehr dem skurrilen Witz von Andrea Tillmanns und sollte morgens als Gute-Laune-Drops eingenommen werden.

Leben zu vermieten
Ein sehr intelligent gestrickter Krimi, bei dem bis zum Ende nicht zu erraten ist, was denn wirklich passierte. Trotzdem präsentiert Frank Lauenroth eine überzeugende Lösung in einer Welt, in der der Begriff "Vermieter" eine völlig neue Bedeutung hat.

Die Hölle ganz für mich allein
Markus Jendrossek ist ein Name, den man sich merken sollte. Jedenfalls wenn man ein Fan von skurrilen, abgedrehten Geschichten ist. Wie war das noch? Pass auf, was du dir wünschst, du könntest es bekommen ...

Die Ma-Ma, die bellen konnte
überzeugt durch die ungewöhnliche Perspektive. Klaus-Peter Walter schafft ein Ambiente, mit dem man sich zuerst schwer tut. Trotzdem sind einem die Figuren am Ende ans Herz gewachsen, weil der Autor seine Protagonisten keinen Moment lang im Stich lässt. Kompliment für ein gelungenes Experiment.

Tödlicher Augenblick
Man fragt sich unwillkürlich, ob Quere irgendwo in Maine liegt. Sabine Y. Wolperth fängt die Atmosphäre gekonnt ein und präsentiert ein Szenario, das Großmeister King nicht besser hätte schreiben können.

Der mächtige Thanalos
Bernhard Weißbecker hat sich mit diesem Beitrag in meine Favoritenliste geschrieben (gut, andere Texte kenne ich bisher nicht von ihm, aber so entstehen Tellerwäscherkarrieren. Und Erwartungshaltungen :)). Der Beitrag liest sich wie eine liebevolle Hommage an den wunderbaren Film "König der Fischer" und ist auch in seinen Weltensprüngen stimmig und ohne Brüche.

Sehnsucht
Petra Vennekohl findet mal wieder einen höchst ungewöhnlichen Täter. Eine Autorin, die ich nur wärmstens empfehlen kann.

Dimitri
Wer das Bedürfnis hat, jede noch so absurde sexuelle Variante zu testen, sollte rechtzeitig einen Blick in den sehr kurzen Beitrag von Doris B. Selmaier werfen. Er könnte seine Gewohnheiten über Nacht ändern ... Übernatürlich ist die Tat nicht, aber absolut phantastisch!

Angst aus Eis
ist eine Variante der legendären Zwillingsgeschichten, die Ina May spannend und überzeugend mit einem fast neuen Kleid versieht. Stimmig und schlüssig bis zum Ende.

Alles unter Kontrolle
Die wunderbar schräge Geschichte von Alexandra Wolf kann ich nicht kommentieren, ohne alles zu verraten. Wer allerdings schon immer der Meinung war, dass die gemeine Akte was Gemeines an sich hat, der liegt nicht völlig falsch ...

Gordas
Christine Hettich beschreibt eine Welt, in der die Gefühle - ja, was? Ent-gen-t sind? Wie soll man das nennen, wenn jemand sich hinstellt und den Menschen die Gefühle wegzüchtet? Was aber passiert, wenn jemand plötzlich wieder Gefühle bei anderen zu wecken versteht? Hier gibt es eine mögliche Antwort ...

Natürlich kann ich nicht alle 39 Texte der Sammlung kommentieren. Ich habe mich auf die Texte beschränkt, deren "Phantastik" mich am meisten beeindruckt hat. Für die nicht kommentierten Texte stellt das keine Abwertung dar. Sie waren für mich nur weniger intensiv.

Während "Angst aus Eis" noch einen kleinen, phantastischen Köder hat (der Kommissar, Sie wissen schon ...), gibt es in dieser Sammlung auch zahlreiche Texte, die "nur" durch ihre Erzählweise phantastisch wirken und mal witzig, mal Gänsehaut treibend für Spannung sorgen. Nein - ich werde Ihnen die Titel nicht verraten, um Ihnen den Spaß nicht zu verderben.

Nur einen Tipp gebe ich noch mit:

Die Schnecke und der Stuhl
von Yves Gorat Stommel
50 Ways to kill your lover? Upps!

Lesebefehl!

Phantastische Morde
Paperback
Originalausgabe
(c) 2006 WurdackVerlag, Nittendorf
ISBN 3-938065-19-2
9,95 Euro
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