Thomas Rackwitz (Hrsg.): Das Mädchen aus dem Wald
Nahezu zeitgleich mit der Anthologie "Verfolgt" im Lerato-Verlag erschienen, schlägt dieser Geschichtenband seinen Geschwisterband um Längen. Und zwar nicht deshalb, weil die Beiträge länger wären oder Längen hätten, sondern weil die Qualität kontinuierlicher ist.
Wo bei "Verfolgt" meinem Gefühl nach die Pointenstorys dominierten, die einen kurzen Text auf einen bestimmten Punkt treiben und dann mit einem kecken Twist aus der Erwartung tanzen (mit Ausnahme der in der Rezi zititerten Beiträge), werden hier Geschichten erzählt, die ihre Leser mitnehmen.
Hier wird die Erzähltradition noch hochgehalten, die Geschichten haben Themen als Grundlage und brauchen den Vergleich mit ähnlichen Anthologien aus dem englischsprachigen Raum nicht zu scheuen.
Tatsächlich fühle ich mich gleich bei der zweiten Geschichte dieser Anthologie
Eine Frage des Willens
von Jens Behn
an ein Motiv des von mir sehr geschätzten Harlan Ellison erinnert, der in "Jeffty ist fünf" ebenfalls von einem Kind mit besonderen Fähigkeiten erzählt.
Meine Lieblingsgeschichte (es geht hier jetzt ein bisschen durcheinander) ist
Was ist Glück?
von Tobias Schott,
deren überraschender Verlauf keine Schenkelklopferpointe hinwirft, sondern auf Samtpfoten daherkommt.
Erfreulich, dass auch hier wieder Sabine Ludwigs vertreten ist, die sich mit Famula des Schnitters annimmt.
Hier fällt es schwer, Lieblingstexte hervorzuheben - oder einfach nur die Texte, die gut waren ... sie sind es nämlich alle, obgleich ich mit der einen oder anderen Geschichte ein bisschen meine Probleme hatte, wenn sie für meinen Geschmack zu experimentell aufschlug.
Interessante Beiträge auch von Andreas Flögel (der gerade das Mördergenre für sich zu entdecken scheint), sowie von Christian Weis und Michael Buttler, die sich auf medizinischen (Rand-)Gebieten bewegen.
Eine gute Anthologie zeichnet sich meines Erachtens dadurch aus, dass nicht alle Beiträge in einer Rezension Erwähnung finden können, will man den Leser eben jener Rezension nicht vorzeitig ermüden - investiere er seine Energien doch bitte lieber in das Lesen der Anthologie. Hier lohnt es sich auf jeden Fall, nicht zuletzt durch das Gaunerstück, das Ines Heckmann mit Die sonderbare Uhr abgeliefert hat.
Thomas Rackwitz (Hrsg.)
Das Mädchen aus dem Wald
mystische und geheimnisvolle Geschichten
Lerato Verlag
ISBN: 3-938882-14-X
9,95 €
Wo bei "Verfolgt" meinem Gefühl nach die Pointenstorys dominierten, die einen kurzen Text auf einen bestimmten Punkt treiben und dann mit einem kecken Twist aus der Erwartung tanzen (mit Ausnahme der in der Rezi zititerten Beiträge), werden hier Geschichten erzählt, die ihre Leser mitnehmen.
Hier wird die Erzähltradition noch hochgehalten, die Geschichten haben Themen als Grundlage und brauchen den Vergleich mit ähnlichen Anthologien aus dem englischsprachigen Raum nicht zu scheuen.
Tatsächlich fühle ich mich gleich bei der zweiten Geschichte dieser Anthologie
Eine Frage des Willens
von Jens Behn
an ein Motiv des von mir sehr geschätzten Harlan Ellison erinnert, der in "Jeffty ist fünf" ebenfalls von einem Kind mit besonderen Fähigkeiten erzählt.
Meine Lieblingsgeschichte (es geht hier jetzt ein bisschen durcheinander) ist
Was ist Glück?
von Tobias Schott,
deren überraschender Verlauf keine Schenkelklopferpointe hinwirft, sondern auf Samtpfoten daherkommt.
Erfreulich, dass auch hier wieder Sabine Ludwigs vertreten ist, die sich mit Famula des Schnitters annimmt.
Hier fällt es schwer, Lieblingstexte hervorzuheben - oder einfach nur die Texte, die gut waren ... sie sind es nämlich alle, obgleich ich mit der einen oder anderen Geschichte ein bisschen meine Probleme hatte, wenn sie für meinen Geschmack zu experimentell aufschlug.
Interessante Beiträge auch von Andreas Flögel (der gerade das Mördergenre für sich zu entdecken scheint), sowie von Christian Weis und Michael Buttler, die sich auf medizinischen (Rand-)Gebieten bewegen.
Eine gute Anthologie zeichnet sich meines Erachtens dadurch aus, dass nicht alle Beiträge in einer Rezension Erwähnung finden können, will man den Leser eben jener Rezension nicht vorzeitig ermüden - investiere er seine Energien doch bitte lieber in das Lesen der Anthologie. Hier lohnt es sich auf jeden Fall, nicht zuletzt durch das Gaunerstück, das Ines Heckmann mit Die sonderbare Uhr abgeliefert hat.
Thomas Rackwitz (Hrsg.)
Das Mädchen aus dem Wald
mystische und geheimnisvolle Geschichten
Lerato Verlag
ISBN: 3-938882-14-X
9,95 €
Katzenauge - 30. Jul, 22:26






